Smart Money
„Smart Money“ (kurz SMC, Smart Money Concepts) ist eine Art, Charts zu lesen, die unter Krypto-Tradern weit verbreitet ist: Man folgt der Struktur aus Hochs und Tiefs, sucht Zonen, an denen große Aufträge lagen, Lücken, die ein schneller Markt hinterlässt, und Stellen, an denen viele Stopps warten. Bellchain hat dafür sechs Bausteine. Dieses Kapitel erklärt die Begriffe, wie Bellchain sie genau definiert und warum ein Alarm erst etwas melden kann, wenn es feststeht.
Die Begriffe haben keine einheitliche Definition; jedes Werkzeug zieht die Grenzen etwas anders. Bellchain hat für jeden Baustein eine klare Regel gewählt, die sich nachrechnen lässt, die im Replay und im Livebetrieb gleich rechnet und die nichts nachträglich verschiebt. Die Regeln stehen auf dieser Seite und in den technischen Angaben jedes Bausteins.
Die Grundlage: bestätigte Swings
Abschnitt betitelt „Die Grundlage: bestätigte Swings“Fast alles baut auf Swings auf, wie beim Baustein Swing-Punkte: Ein Swing-Hoch ist ein Hoch, das höher liegt als die Kerzen davor und nicht von den Kerzen danach übertroffen wird. Ein Swing-Tief entsprechend. Wie viele Kerzen davor und danach zählen, stellst du ein; Standard ist 10 · 10.
Ob ein Hoch ein Swing war, steht erst fest, wenn die Kerzen danach geschlossen sind. Mit 10 Kerzen danach und Stundenkerzen sind das 10 Stunden. Erst ab dann zählt der Swing in Bellchain. Charts zeichnen Swings dagegen rückwirkend an das Hoch selbst und sehen im Nachhinein deshalb besser aus als jede Regel, die nur weiß, was zu dem Zeitpunkt schon feststand. Bellchain zeigt diese Verzögerung offen: In der Grafik unten und im Bild über dem Kurs ist jede Linie gepunktet, bis ihr Swing bestätigt ist.
- Bruch nach oben
- Bruch nach unten
- Swing noch nicht bestätigt
- nächster Bruch
- Trend
Daraus folgt: Läuft der Kurs schnell über ein ganz frisches Hoch, bricht er damit noch keine Struktur. Mit weniger Kerzen danach (etwa 5 · 5) zählen Swings früher, dafür auch kleinere Wendepunkte; mit mehr Kerzen bleiben nur die deutlichen.
Die Begriffe und wie Bellchain sie rechnet
Abschnitt betitelt „Die Begriffe und wie Bellchain sie rechnet“| Baustein | Was er erkennt | Ab wann Bellchain es weiß |
|---|---|---|
| Marktstruktur | Trend, Bruch der Struktur (BOS), Wechsel des Charakters (CHoCH) | Bruch an der Kerze, die jenseits schließt; der Swing selbst zählt ab seiner Bestätigung |
| Order Blocks | die Kerze, von der ein Bruch ausging, als Zone | mit dem Bruch, oft viele Kerzen nach der Kerze des Order Blocks |
| Fair Value Gaps | Lücken zwischen drei Kerzen, offen, teilweise oder ganz gefüllt | mit dem Schluss der dritten Kerze |
| Liquiditäts-Sweeps | Stich über ein Swing-Hoch oder unter ein Swing-Tief und zurück, gleiche Hochs und Tiefs | an der Kerze, die zurück schließt; der Swing zählt ab seiner Bestätigung |
| Premium/Discount | Lage des Kurses in der Spanne der letzten Swings | Spanne ab der Bestätigung ihrer Swings |
| S/R-Zonen | Unterstützung und Widerstand aus mehreren Swings | jeder Swing ab seiner Bestätigung |
Marktstruktur: Trend, BOS und CHoCH
Abschnitt betitelt „Marktstruktur: Trend, BOS und CHoCH“Verfolgt wird das jüngste bestätigte Swing-Hoch und -Tief. Schließt eine Kerze über dem Swing-Hoch, ist die Struktur nach oben gebrochen, schließt sie unter dem Swing-Tief, nach unten; mit „Bruch durch: Docht“ reicht schon das Hoch bzw. Tief. Jeder Swing bricht höchstens einmal.
- BOS (Break of Structure): ein Bruch in Richtung des Trends, der Trend setzt sich fort.
- CHoCH (Change of Character): der erste Bruch gegen den Trend davor, oft das erste Zeichen einer Wende.
- Trend: folgt dem letzten Bruch. Ohne Bruch in den 500 Kerzen davor gibt es keinen Trend, und der erste Bruch ist ein BOS.
Der Baustein gibt BOS und CHoCH je Richtung als eigene Signale aus, dazu „Trend aufwärts“ und „Trend abwärts“ als Zustand und das Level des letzten Bruchs.
Order Blocks
Abschnitt betitelt „Order Blocks“Bricht der Kurs über ein Swing-Hoch, ist der bullische Order Block die Kerze mit dem tiefsten Tief zwischen dem Swing-Hoch und dem Bruch: Dort begann der Anstieg, der die Struktur gebrochen hat. Der bärische ist entsprechend die Kerze mit dem höchsten Hoch vor einem Bruch nach unten. Die Zone reicht von Tief bis Hoch dieser Kerze.
- unberührt: Noch keine Kerze hat die Zone seit dem Bruch erreicht.
- abgearbeitet: Eine Kerze hat sie erreicht. Mit „nur unberührte“ zählt der Order Block danach nicht mehr; viele halten den ersten Rücklauf für den stärksten.
- gebrochen: Eine Kerze schließt jenseits der Zone (bullisch darunter). Dann zählt er nie mehr.
- Order Block
- noch unbekannt, bis zum Bruch
- gebrochenes Swing-Level
- Kurs erreicht OB
Fair Value Gaps
Abschnitt betitelt „Fair Value Gaps“Liegt das Tief einer Kerze über dem Hoch der vorletzten, hat dazwischen kein Handel stattgefunden: eine Aufwärtslücke von diesem Hoch bis zu diesem Tief. Eine Abwärtslücke entsteht spiegelbildlich. Die Mindestgröße in Prozent filtert kleine Lücken heraus; bei BTC mit Stundenkerzen ist die Hälfte aller Lücken kleiner als 0,12 %.
- offen: Noch keine Kerze hat hineingereicht.
- teilweise gefüllt: Eine Kerze hat hineingereicht, aber nicht ganz hindurch. Der Ausgang „gefüllt %“ sagt, wie tief.
- ganz gefüllt: Eine Kerze hat die andere Kante erreicht. Dann zählt die Lücke nicht mehr.
- offene Lücke
- teilweise gefüllt
- kleiner als die Mindestgröße
- Kurs läuft in Lücke
Liquiditäts-Sweeps
Abschnitt betitelt „Liquiditäts-Sweeps“Über Swing-Hochs und unter Swing-Tiefs liegen viele Stopps und Aufträge, die Liquidität. Ein Sweep ist ein Stich darüber, nach dem der Kurs gleich wieder darunter schließt: Die Aufträge sind abgeholt, der Ausbruch hält nicht. Schließt der Kurs dagegen jenseits und bleibt dort, ist das ein Ausbruch und kein Sweep. Mit „Rückkehr innerhalb“ von 2 oder 3 Kerzen zählen auch Ausflüge, die kurz jenseits schließen.
Liegen zwei Swing-Hochs höchstens 0,1 % auseinander (einstellbar), gelten sie als gleiche Hochs (EQH, bei Tiefs EQL). Dort sammelt sich besonders viel Liquidität; der Sweep verlangt dann einen Stich über das höhere der beiden.
- Liquidität unter Swing-Tiefs
- Swing noch nicht bestätigt
- Sweep
- EQL: gleiche Tiefs
Premium, Discount und Gleichgewicht
Abschnitt betitelt „Premium, Discount und Gleichgewicht“Die Spanne reicht vom tiefsten Tief seit dem letzten bestätigten Swing-Tief bis zum höchsten Hoch seit dem letzten Swing-Hoch; steigt der Kurs darüber, wächst sie mit. Die obere Hälfte ist Premium (teuer), die untere Discount (günstig), um die Mitte liegt das Gleichgewicht, standardmäßig von 45 bis 55 %. Viele Trader kaufen lieber im Discount und verkaufen im Premium.
- Premium
- Gleichgewicht
- Discount
- im Discount
S/R-Zonen
Abschnitt betitelt „S/R-Zonen“Liegen mehrere Swing-Hochs und -Tiefs der letzten 300 Kerzen höchstens 0,5 % auseinander, bilden sie eine Zone; je mehr Swings, desto stärker. Bellchain nimmt zuerst die Zone mit den meisten Swings, dann aus den übrigen die nächste, ohne Überschneidung, höchstens 10. Zonen unter dem Kurs sind Unterstützung, darüber Widerstand. Die Zonen entstehen an jeder Kerze neu aus den Swings, die bis dahin bestätigt sind.
- Unterstützung, Zahl der Swings
- Widerstand
- Swing in einer Zone
Im Bild über dem Kurs
Abschnitt betitelt „Im Bild über dem Kurs“Wählst du einen der Bausteine auf dem Board aus, zeigt die Leiste „Eigenschaften“ oben ein Bild über den letzten 150 Kerzen: was der Baustein mit den aktuellen Einstellungen erkennt, als Linien, Kästen, Flächen und Marken. Die Daten kommen aus dem letzten Replay, sonst aus den Beispielkursen. Ändert sich eine Einstellung, folgt das Bild sofort.
- Gepunktet oder gestrichelt ist alles, was der Baustein zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste: die Linie bis zur Bestätigung des Swings (gepunktet), der Order Block bis zum Bruch und die Lücke bis zu ihrer dritten Kerze (gestrichelt).
- Die Klammer am jüngsten Swing zeigt die Kerzen davor und danach. Zieh ihre Enden waagrecht, um „Kerzen davor“ und „Kerzen danach“ zu ändern; am rechten Ende steht der Swing fest.
- Das Maß am rechten Rand zeigt eine Größe in Prozent des Kurses: die Mindestgröße einer Lücke, die Toleranz für gleiche Hochs oder die Breite einer Zone. Zieh es senkrecht; Lücken unter der Mindestgröße stehen als Umriss da.
- Bei Premium/Discount ziehst du die Grenzen des Gleichgewichts am rechten Rand.


Mehr zum Bild steht unter Einstellungen.
Rezepte
Abschnitt betitelt „Rezepte“- Bruch der Marktstruktur nach oben: Marktstruktur, „BOS nach oben“ und „CHoCH nach oben“ an je eine Aktion. Fertig als Vorlage: BTC bricht die Struktur nach oben.

- Rücklauf in ein Fair Value Gap im Aufwärtstrend: „Trend aufwärts“ der Marktstruktur und „Kurs läuft in Lücke“ einer Aufwärtslücke an UND. Vorlage: ETH Rücklauf in ein Fair Value Gap.
- Sweep, dann Wende: „Sweep“ unter Tiefs an „Erst A“ von Danach, „CHoCH nach oben“ an „Dann B“. Vorlage: SOL Sweep unter das Tief, dann Wende.
- Bruch nach unten: „BOS nach unten“ und „CHoCH nach unten“ an je eine Aktion, etwa als Warnung, wenn du den Coin hältst. Vorlage: AVAX bricht die Struktur nach unten.
- Wende im Discount: „CHoCH nach oben“ einer kleineren Marktstruktur (5 · 5) und „im Discount“ an UND. Vorlage: BTC Wende im Discount.
- Sweep über gleiche Hochs: Liquiditäts-Sweeps „über Hochs“ mit „nur gleiche Hochs und Tiefs“. Vorlage: XRP Sweep über gleiche Hochs.
- Ausbruch aus einer Zone: S/R-Zonen mit „Ausbruch über Zone“ und „Ausbruch unter Zone“ an je eine Aktion. Vorlage: ETH Ausbruch aus einer S/R-Zone.
- Order Block im Discount: „Kurs erreicht OB“ (bullisch, nur unberührte) und „im Discount“ an UND. Das meldet nur Rückläufe in Zonen, die in der günstigen Hälfte der Spanne liegen. Vorlage: LINK Order Block im Discount.
- Retest nach dem Bruch: Band um „Level des Bruchs“ der Marktstruktur, Bedingung „betritt das Band“, dazu „Trend aufwärts“ an UND. Das meldet, wenn der Kurs nach einem Bruch nach oben zum gebrochenen Hoch zurückkommt. Vorlage: BTC Retest nach dem Bruch.
- Halbe Lücke gefüllt: Vergleich an „gefüllt %“, Bedingung „kreuzt nach oben“ 50. Viele Trader nennen die Mitte einer Lücke Consequent Encroachment. Vorlage: BNB Lücke zur Hälfte gefüllt.
Im Plan
Abschnitt betitelt „Im Plan“Die sechs Smart-Money-Bausteine gibt es ab Trader, wie das Volumenprofil: Trader steht für die Werkzeuge zu Marktstruktur und Volumen. In Free und Pro ziehst du sie trotzdem aufs Board und testest die Chain im Replay; aktivieren lässt sie sich mit Trader. Wer in Pro Ausbrüche über Swings melden will, nimmt Swing-Punkte mit Vergleich A/B. Welche Bausteine in welchem Plan sind, steht unter Pläne.
Grenzen
Abschnitt betitelt „Grenzen“- Nur Kerzen. Smart Money erzählt von großen Aufträgen; Bellchain sieht davon nur Kurs und Volumen der Kerzen, keine Orderbücher, kein Volumen-Delta und keine einzelnen Trades.
- Eine Zeiteinheit je Chain. Die übergeordnete Struktur einer größeren Zeiteinheit (etwa 4-Stunden-Struktur in einer 15-Minuten-Chain) gibt es noch nicht; dafür eine zweite Chain mit der größeren Zeiteinheit.
- 500 Kerzen Gedächtnis. Swings, Order Blocks, Lücken und Pools zählen höchstens 500 Kerzen, der Trend gilt bis zu 500 Kerzen nach dem letzten Bruch. So hängt kein Wert davon ab, wie weit die geladenen Kerzen zurückreichen; dafür vergisst Bellchain sehr alte Zonen.
- Andere Definitionen anderswo. Charts mit anderen Regeln, etwa Swings nur aus den Kerzen danach oder Order Blocks aus der letzten Gegenkerze, zeigen manche Zonen an anderer Stelle.
- Keine Empfehlung. Bellchain meldet, was du festgelegt hast. Ob ein Order Block hält oder ein Sweep zur Wende führt, beurteilen wir nicht.
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